Figuren des Liudgers und des Paulus vom ehem. Lettner des St.-Paulus-Doms
Die Verehrung Liudgers in Münster war wechselhaft. Im Zusammenhang mit den Täuferunruhen (1534/1535) kam es zu einem Wiederaufleben seiner…
Weitere InformationenIch gehe, aber wohin?
Der Dom zu Münster hat ein ungewöhnliches Patrozinium. Als einziger in Deutschland steht der Dom unter der Schutzherrschaft allein des Apostels Paulus. Dieses Patrozinium lässt sich das erste Mal im Jahr 889 nachweisen. Für die damalige Zeit ist die Wahl ungewöhnlich. Nur zwei Bischofssitze in der damaligen christlichen Welt hatten zuvor ebenfalls Paulus gewählt.
Der Heilige ist für den Dom von Münster sehr wichtig. Das zeigt sich nicht nur im Patrozinium. Auch den Domschatz prägt Paulus. Über die Ausstattung des mittelalterlichen Domschatzes berichten verschiedene Inventare. Diese führen zahlreiche Paulus-Reliquien auf.Auch am Kirchenbau ließ und lässt sich Paulus durch die Jahrhunderte immer wieder entdecken. Vom winzigen Knochenpartikel bis hin zum monumentalen Steinkopf: Paulus ist in Münster angekommen, um zu bleiben.
LIUDGER UND ICH
Der Bischofssitz von Münster entsteht im Jahr 805. Kaiser Karl der Große (reg. 800–814) ernennt in diesem JahrLiudger zum ersten Bischof der Stadt. Liudger ist ein friesischer Missionar. Wie Paulus ist er viel gereist, um den christlichen Glauben zu verbreiten. Seit 793 wirkt er in Münster. Er gründet hier ein Kloster. Aus dem lateinischen Begriff für Kloster, „monasterium“, leitet sich der spätere Stadtname Münster ab.
Ist es Liudger, der Paulus als Schutzpatron für seine Bischofskirche wählt? Wenn ja, warum? Die Forschung hat dazu verschiedene Thesen aufgestellt. Bereits 80 Jahre nach dem Tod Liudgers (†809) wird das Patrozinium in einer Urkunde erwähnt. In den folgenden Jahren und Jahrhunderten entwickelt sich Paulus zur Symbolfigur des Doms in Münster.
WARUM WURDE PAULUS PATRON DES DOMS IN MÜNSTER?
MEINE VEREHRUNG
Paulus war für den Dom von Münster sehr wichtig. Das zeigt sich auch im Domschatz. Laut einem Reliquienverzeichnis von 1622 stammen nach den Reliquien Jesu Christi (Herrenreliquien) und der Muttergottes mit Abstand die meisten Reliquien von Paulus.
Reliquien bezeichnen „Überbleibsel“ von Heiligen. Das können Teile der Körper sein (Knochen, Zähne, Haare) oder Gegenstände, mit denen die Heiligen in Kontakt kamen (Kleidung, Marterwerkezeuge). Auch von Gräbern oder Orten wurden Andenken mitgenommen.
Heilige sind sowohl auf der Erde durch ihren toten Körper als auch im Himmel durch ihre Seele vertreten (Doppelexistenz). Auf der Erde sind sie selbst im kleinsten Reliquienfragment stets mit ihrer Kraft gegenwärtig. Dort wo Heilige besonders verehrt werden oder ihre Reliquie vorhanden ist, können sie als Fürsprecher für die Menschen eintreten.
Reliquien werden zumeist in kostbaren Behältern aufbewahrt, den Reliquiaren. Diese waren im Dom auf dem Hochaltar und den zahlreichen weiteren Altären aufgestellt.
VEREHRUNG HEUTE
Die Verehrung von Reliquien beschränkt sich nicht allein auf das Christentum. Andere (Welt-)Religionen kennen Reliquien ebenso. Doch der Begriff „Reliquie“ besitzt heute eine erweiterte Bedeutung. Sie hat sich vom rein religiösen Bezug gelöst. Reliquie, das ist mittlerweile nicht mehr nur etwas, das zu einem Heiligen in Beziehung steht oder von ihm stammt.
Bereits beim „Künstler-Kult“ des 19. Jahrhunderts finden sich „Reliquien“ von Größen der Kulturgeschichte wie Ludwig van Beethoven. Heute sind es „Reliquien“ der Sport- oder Popwelt oder aus dem ganz privaten Kreis. Diese besitzen einen hohen emotionalen Wert für ihre Besitzer. Wie die religiösen Reliquien steht auch hier die Reliquie als Fragment für das große Ganze. Das Haar für den ganzen Menschen, das Trikot für den Sportler und den Verein.
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Weitere InformationenVita Secunda Sancti Ludgeri … Werden, um 1000 … Berlin, Staatsbibliothek, Inv. -Nr. Ms. Theol. Lat. Fol. 323 … Fol. 20v
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Weitere InformationenUmschrift oberes Medaillon: STADT MÜNSTER – 1861 … Umschrift unteres Medaillon: FRIEDRICH WILHELM III GRÜNDER DER … STADTEORDNUNG MDCCCVIII … 1861…
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Die Paulusbüste ist das älteste Paulusreliquiar des Doms. Gleichzeitig ist sie das älteste erhaltene Büstenreliquiar eines christlichen Heiligen.
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Weitere InformationenI(N)CLVSV(M)SA(NCT)I LAT(ET) hI[C] DE SA(N)GVINE PAVLI CESAR … SWITChERO QV(OD) PO(N)TIFICI DED[IT] ODDO … [[Hierin] verborgen eingeschlossen ist…
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