Ich gehe, aber wohin?
Kopie der Amtskette des Oberbürgermeisters („Reisekette“)
um 1973/74
Silber, vergoldet
Stadt Münster, Der Oberbürgermeister
Umschrift oberes Medaillon: STADT MÜNSTER – 1861
Umschrift unteres Medaillon: FRIEDRICH WILHELM III GRÜNDER DER
STADTEORDNUNG MDCCCVIII
1861 wird dem Oberbürgermeister von Münster das Recht zum Tragen einer goldenen Amtskette verliehen. Zu sehen ist hier eine für Reisen angefertigte Kopie. Auf dem oberen Medaillon taucht Paulus mit dem Schild der Stadt Münster auf. Paulus ist nicht nur Patron des Doms in Münster, sondern auch der Stadt. Die Ketten sind bis heute in Gebrauch.
Das Tragen von goldenen und silbernen Amtsketten ist bereits 1808 in der preußischen Städteordnung behandelt worden. Der damalige König Friedrich Wilhelm III. ziert mit der Jahreszahl 1808 (MDCCCVIII) sodann auch das untere und größere Medaillon.
Dem Münsteraner Oberbürgermeister wird jedoch erst 1861 das Recht zum Tragen einer goldenen Amtskette verliehen. Seine Nachfolger im Amte müssen dieses Recht bis 1918 immer wieder neu beantragen. Es ist personell gebunden und nicht an das Amt des Bürgermeisters generell.
Die Original-Kette fertigt der Goldschmied Christian Wortmann an. Die Medaille König Friedrich Wilhelms III. kommt aus Berlin. 1862 ist die Amtskette fertiggestellt. Für Reisen entsteht Anfang der 1970er Jahre unter Oberbürgermeister Werner Pirchalle (reg. 1972–1984) diese Kopie des Originals.