Ich gehe, aber wohin?
Tugendallegorie auf den Hl. Paulus
Münster
um 1730/40
Öl/Leinwand
Domschatz Münster, Inv.-Nr. O.Vr.3
Reverendissimo ac Perjllustri Capitulo Cathedralis Ecclesiae
Monasteriensis: Infimus Cliens – Franciscus Philippus Senkel /
[An das hochwürdigste und erhabenste Kapitel der Kathedrale von
Münster: ihr niedrigster Schützling – Franz Philipp Senkel]
Im Zentrum des Gemäldes ist Paulus dargestellt. Im Hintergrund ist die damalige Südseite des St.-Paulus Doms zu entdecken. Umgeben ist Paulus von Frauen, die Tugenden personifizieren.Die Widmungsinschrift löst die Zusammenstellung auf: Dem Domkapitel – dargestellt durch Dom und Paulus – werden die dargestellten Tugenden zugesprochen.
Die drei Tugenden im oberen Bildbereich sind bekannt aus einem Paulusbrief: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“, (1 Kor 13,13).
Der Glaube (simpliciter/einfach) thront über Paulus, Liebe (ardenter/leidenschaftlich) und Hoffnung (firmiter/fest) sitzen zu seiner Seite.
Die unteren drei Tugenden zeigen die Gerechtigkeit (sine respectum/ohne Rücksicht), die Mäßigung (cum foenore reddo/ich zahle mit Zinsen zurück) und die Stärke (pro Deo & Ecclesiae/für Gott & Kirche).
Es handelt sich bei ihnen um drei der vier Kardinalstugenden. Die vierte Kardinalstugend, die Klugheit, fiel aus Symmetriegründen weg.