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Ich gehe, aber wohin?

Silberne Reliquienbüste des hl. Paulus

um 1380; IHS-Monogramm: 15. Jahrhundert

Silber, teilweise vergoldet; Edelsteine

Domschatz Münster, Inv.-Nr. O/Vb.6

Verlorene Schatzinventare und verblichene Beschriftungen lassen bei einigen Reliquiaren das Wissen über die enthaltenen Reliquien verschwinden. Das Reliquienverzeichnis hält zu dieser Büste pragmatisch fest: Es fehle die Schrift. Dennoch könne kein Zweifel sein – wohl aufgrund der Gestaltung –, dass es Reliquien des Paulus enthalte.

Gewissheit gab den Verfassern des Reliquienverzeichnisses die Gestaltung der Büste als „sprechendes Reliquiar“. Was wie Paulus aussieht, muss auch Paulus enthalten. Aufgestellt war die silberne Paulusbüste nicht im Hochaltarretabel im Ostchor (seit dem Wiederaufbau Westchor), sondern zusammen mit dem Handreliquiar auf dem Paulusaltar im Kirchenschiff (heute nicht mehr vorhanden).

SILBERNE RELIQUIENBÜSTE DES HL. PAULUS, Münster, um 1380, IHS-Monogramm: 15. Jahrhundert, Domschatz Münster, Inv.-Nr. O/Vb.6, Foto: Dr. Michael Reuter
SILBERNE RELIQUIENBÜSTE DES HL. PAULUS, Münster, um 1380, IHS-Monogramm: 15. Jahrhundert, Domschatz Münster, Inv.-Nr. O/Vb.6, Foto: Dr. Michael Reuter