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Ich gehe, aber wohin?

Reliquienverzeichnis von 1622

1622 (ergänzte Abschrift von 1736)

Papier

Bistumsarchiv Münster, DA 6A.33

Das erste erhaltene Reliquienverzeichnis von 1622 nennt 40 Reliquiare. In ihnen werden mehr als 280 Reliquien aufbewahrt. Diese stammen von über 120 verschiedenen Heiligen. Die aufgeschlagene Seite führt die Reliquien der Paulusstatuette auf: Die Beschreibung beginnt in Zeile 6: In statua S Pauli apostoli continentur.

Die Beschreibung führt weiter aus… De columna, in qua Dominus nr Jesus flagellatus, De Sacro monumento, De lapide, ubi
ascendit Dominus, De ligno, super quo decollatus est S Paulus,
De catena S Pauli annulli duo, De S Bartholomaeo Apostolo, De
S Maria Magdalena, De S Stephano protomartyre, De S Cornelio
martyre, De S Margareta.
[In der Statue des hl. Paulus sind heilige Reliquien
enthalten von: der Säule, an der der Herr Jesus gegeißelt
wurde, vom heiligen Grab, vom Stein, von dem der Herr
aufstieg, vom Holz, über dem der hl. Paulus enthauptet wurde,
von den Fesseln des Paulus zwei Ringe, vom Apostel
Bartholomäus, von der hl. Maria Magdalena, vom hl. Erzmärtyrer
Stephanus, vom hl. Märtyrer Cornelius, von der hl. Margareta.]

Bis auf vier der 1622 erwähnten Reliquiare lassen sich alle noch heute bekannten Reliquiaren zuordnen. In den meisten Behältnissen finden sich Reliquien mehrerer Heiliger. Das reicht von 2–3 hin zu erstaunlichen 62 Reliquien in einer heute unbekannten Madonnenfigur. Nur jede 3. Reliquie wird genauer beschrieben. Oft genügte dem Schreiber der Hinweis, dass es sich um Reliquien jener oder jenes Heiligen handelte. Ob Zahn oder Knochen, Haar oder Stoff wird dabei nicht erwähnt. Die Mehrheit der Reliquien (über 200) stammt von frühchristlichen Heiligen und damit aus dem Zeitraum von Jesus und den Aposteln bis ins 4. Jahrhundert.