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Ich gehe, aber wohin?

Die Predigt des heiligen Paulus auf dem Areopag

Bassano, Jacopo da Ponte (gen. Bassano del Grappa)

1560

Öl auf Leinwand

Padua, Musei Civici di Padova, Museo d'Arte Medioevale e Moderna, Inv.-Nr. 897

Paulus will Menschen erreichen. Dafür sucht er ihre Sprache. Auf seiner zweiten Missionsreise kommt er nach Athen. Dort spricht er auf dem Areopag (Gerichts- und Versammlungsstätte) zu einer Menschenmenge. Er knüpft an den Altar für den sogenannten „Unbekannten Gott“ an. So schlägt er eine Brücke zwischen dem Glauben an Christus und der griechischen Philosophie.

Seine Rede zeigt, wie offen und zugleich entschlossen Paulus
seine Botschaft vermittelt. Mit erhobenen Armen spricht er zu seinem Publikum. Seine Gesten wirken kraftvoll und mitreißend. Das Gemälde von Jacopo Bassano macht seine Bewegung und innere Erregung sichtbar. Die manieristische Malweise steigert den Eindruck von Energie und Überzeugung.

Ein Like-Zähler schlägt den Bogen in die Gegenwart. Heute zeigen Likes, Kommentare und geteilte Beiträge, wie weit eine Botschaft reicht.
Schon zur Zeit des Paulus lebt eine Botschaft davon, dass Menschen auf sie reagieren und sie weitertragen. Wie viele Follower hätte Paulus wohl heute?

Man könnte sagen, dass Paulus eine Kommunikationsstrategie hat: Kommt er in eine Stadt, so geht er zunächst immer in die Synagoge. Dort predigt er das Evangelium und versucht die Menschen vom Glauben an Christus als Sohn Gottes zu überzeugen. Erst danach geht er in die Stadt hinein zu der auch nichtjüdischen Bevölkerung.

Die ersten Gemeinden sind denkbar klein. Man trifft sich in Wohnhäusern. Privatleute stellen ihre Bleibe zur Verfügung und unterstützen Paulus und seine Weggefährten somit entscheidend. Und Paulus bleibt dran. Er setzt Vertraute als Ansprechpartner in den neu gegründeten Gemeinden ein. Zieht er weiter, bleibt er im Austausch. Dies geschieht über Botinnen und Boten, die seine Briefe übermitteln.