Ich gehe, aber wohin?
Reliquienkreuz
Münster, 1. Viertel 11. Jahrhundert; Montage auf Bergkristall: 13. Jahrhundert
Holzkern; Gold; Filigran; Edelsteine (Saphir, Sarder); Perlen; Kupfer; Bergkristall
Domschatz Münster, Inv.-Nr. E.5
Schon zur Zeit Liudgers, des ersten Bischofs von Münster (†805), war Stephanus ein beliebter Heiliger. In einem der ältesten erhaltenen Reliquiare des Doms lassen sich seine Reliquien bereits nachweisen: dem perlenbesetzen Altarkreuz. Auf die nicht sichtbaren Reliquien verweist am oberen Kreuzstamm die Inschrift:
STE PHAN IMR = vom Märtyrer Stephanus
HERM[ANNI]· DE VESTE· S[ANCTE] MARIE PANCRATII· M[ARTY]R[IS]· DE LIGNO D[OMI]NI· STEPHANI· M[ARTY]R[IS]· DE SVDARIO· SILVESTRI· P[A]P[AE]· DE SEPVLCHRO· D[OMIN]I· VITI/[Reliquien] des Hermann/Hermes, vom Kleid Mariens, des Märtyrers Pankratius, vom Holz des Herrn, des Märtyrers Stephanus, vom Schweißtuch, von Papst Sylvester, vom Grab des Herrn, vom Vitus.
Die Perlen und Edelsteine wurden für das Kreuz zum Teil weiterverwendet. Bei dem kleinen grünen Stein handelt es sich um eine antike Gemme: in den Stein ist die griechische Göttin Minerva eingeschnitten.
Das Kreuz wurde erst im 13. Jahrhundert zu einem Standkreuz umgeschaffen. Dazu wurde aus einer ägyptischen Bergkristallflasche ein Sockel gearbeitet.
Auf der Rückseite ist die Kreuzigung zu sehen. Sonne und Mond bedecken in Trauer ihre Gesichter.