Ich gehe, aber wohin?
Sturz des Paulus vor Damaskus
Gerhard Gröninger (Entwurf und Bildhauerarbeiten, Farbfassung der Reliefs)
1619–1622
Laubholz, farbig gefasst
Münster, St.-Paulus-Dom, Inv.-Nr. Do.Al.2
Dieser Altarflügel befindet sich normalerweise im Dom. Er ist Teil des ehemaligen Hochaltars. Hier ist der linke, innere Flügel zu sehen. Das Besondere ist die fast comicartige Erzählweise. Vorne liegt der geblendete Paulus. Im Mittel- und Hintergrund sieht man unter anderem die Straße nach Damaskus, die Taufe und die Flucht des Paulus aus der Stadt.
auf dem Blitzstrahl: SAULE, SAULE, QUID ME PERSEQUERIS (Saul,
Saul, warum verfolgst du mich?)
auf dem Schriftband: D[omi]NE QUID VIS ME FACERE [Herr, was
willst du, dass ich tue?]
Dieser Altarflügel befindet sich normalerweise im Dom. Er ist Teil des ehemaligen Hochaltars. Hier ist der linke, innere Flügel zu sehen. Das Besondere ist die fast comicartige Erzählweise. Vorne liegt der geblendete Paulus. Im Mittel- und Hintergrund sieht man unter anderem die Straße nach Damaskus, die Taufe und die Flucht des Paulus aus der Stadt.
Im Jahr 1619 erhält der in Münster beheimatete Künstler Gerhard Gröninger den Auftrag für den Gesamtentwurf des Hochaltares vom Domkapitel des St.-Paulus-Doms. Eine Vielzahl weiterer Handwerker unterstützt ihn mit Schreiner- und Drechslerarbeiten. Für die gemalten Tafelbilder will man zunächst Peter Paul Rubens gewinnen. Da sein Angebot zu teuer ist, erhält der Maler Adriaen van den Bogart aus Amsterdam den Auftrag.
Im Zweiten Weltkrieg sind die Altarflügel sicher eingelagert. Seit 1957 befindet sich der Altar im Westchor.
Bei den Altarflügeln handelt es sich um eine farbig gefasste Reliefschnitzerei mit monumentalen Ausmaßen. Die Goldfassung des Reliefs harmoniert mit den Ornamenten des Bildrahmens. Dies gibt einen Verweis auf den Schatz, der sich in früheren Zeiten dauerhaft hinter den Altarflügeln verborgen hat. Der Altar wurde nämlich ursprünglich mit dem Zweck konzipiert, Teile des Reliquien- und Domschatzes des St.-Paulus-Domes aufzunehmen. Der mittlere Altaraufbau (Retabel) besteht aus schwarzem und dunkelrotem Marmor. Diese von Gröninger gewünschte Farbgebung setzt sich eindrucksvoll von dem hellen Sandstein des Domes und den glänzenden Reliquiaren ab.