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Ich gehe, aber wohin?

Chormantel Erichs I. von Sachsen-Lauenburg

Florenz/Niederlande

Anfang 16. Jahrhundert

Lampas lamé; Goldgewebe; Gold- und Seidenstickerei

Domschatz Münster, Inv.-Nr. U.90

Auf der Rückseite des Chormantels ist der Marientod dargestellt. Biblische Quellen zum Tod von Maria, der Mutter Jesu, gibt es nicht. Im Frühchristentum entstanden Schriften, die über ihren Tod berichten. Sie starb in Jerusalem im Kreise der Apostel. Die Überlieferung fügt sogar Paulus hinzu. Dabei gibt es keinen Hinweis, dass Paulus Maria je kennenlernte

Einer Überlieferung nach lebte Maria nach dem Tode Jesu mit dem Apostel Johannes in Jerusalem. Als sich ihr Tod näherte, waren die anderen Apostel weit zerstreut. Der Heilige Geist mahnte die Apostel, zurückzukehren.

Paulus hielt sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe von Rom auf. Auch ihn holte gemäß der legendarischen Tradition eine Wolke ab und brachte ihn rechtzeitig an das Sterbebett Mariens.

Die Stickerei zeigt, wie Johannes Maria die Sterbekerze reicht. Ebenfalls gut erkennbar ist der Apostel Jakobus mit der Pilgermuschel an seinem Hut.

Der Münsteraner Bischof Erich (amt. 1508–1522) stiftete diesen Chormantel mit weiteren Gewändern dem Dom.

Pluviale des Fürstbischofs Erich I. von Sachen-Lauenburg, Gewandstoff Anfang 16. Jahrhundert, Besätze nach 1510, Inv. Nr. U.90, ©St.-Paulus-Dom 2026, Domverwaltung, Foto: Dr. Michael Reuter
Pluviale des Fürstbischofs Erich I. von Sachen-Lauenburg, Gewandstoff Anfang 16. Jahrhundert, Besätze nach 1510, Inv. Nr. U.90, ©St.-Paulus-Dom 2026, Domverwaltung, Foto: Dr. Michael Reuter