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Ich gehe, aber wohin?

Fundamente der Roten Mauer

Grabungsfunde

Spätes 16. Jahrhundert

Baumberger Sandstein

Domschatz Münster, Inv.-Nrn. DK.2021.32, DK.2021.33,  DK.2021.34

Im Oktober 2012 wurden bei Renovierungsarbeiten am Dom bauliche Reste der sogenannten Roten Mauer (1750/1751) von Johann Conrad Schlaun freigelegt.

Die hier gezeigten Skulpturenfragmente waren in das Fundament der Roten Mauer integriert.

Es lässt sich vermuten, dass die Skulpturen im Zuge des Täufer-Bildersturmes Anfang des 16. Jahrhunderts zerstört wurden, sie stammen jedoch erst aus späterer Zeit. Aufgrund der flach gearbeiteten Rückseite waren sie wohl ursprünglich an eine Wand montiert.

Nach einiger Zeit wurden sie jedoch absichtlich zerschlagen, gekürzt und in ein Lager für behauenen Sandstein gebracht, um als Packlage, wie in diesem Fall der Roten Mauer, weiterverwendet zu werden. Der Grund für diese spätere Umnutzung könnte ein Stilwechsel in den Epochen sein: Die Figuren entsprachen womöglich nicht mehr den künstlerischen Anforderungen der Zeit. Eine andere Möglichkeit ist, dass sie schon zu stark beschädigt waren, um sie als repräsentative dekorative Elemente zu präsentieren, und sie deshalb nur noch als Füllmaterial für einen anderen Bau verwendet werden sollten.

Die Figuren sind nach der ionischen Säulenordnung entworfen und weisen auf ihren Köpfen jeweils zwei Voluten (spiralförmige Verzierung) auf. Neben antiken Gewändern tragen sie in der Hand große Steintafeln, auf denen sich lateinische Psalmtexte befinden. Ihren Namen hat die Mauer übrigens von der Farbe der beim Bau verwendeten roten Backsteine.

Text der Denkmalpflege der Stadt Münster über die Ausgrabung [externer Link] .

rechts im Bild: drei Skulpturfragmente, Foto: @Marius Jakoby, Münster, 2026
rechts im Bild: drei Skulpturfragmente, Foto: @Marius Jakoby, Münster, 2026