Ich gehe, aber wohin?
Die Ausgießung des Heiligen Geistes (Pfingsten) und Heilige Drei Könige und Christus in Krippe
Mitte 18. Jahrhundert
Eitempera auf Holz
Ikonen-Museum Recklinghausen, Inv.-Nr. 348
Kongo
um 1990
Holz; Federn
Telgte, Relígio Museum für religiöse Kultur, Inv.-Nr. 20-0492.3-6
Paulus wird in dieser Pfingstikone gleichrangig neben Maria und den Aposteln dargestellt. Beim Pfingstereignis empfangen die Jünger den Heiligen Geist. Sie beginnen in vielen Sprachen zu sprechen. Das Evangelium wird so für alle Menschen verständlich. Paulus versteht seine Berufung als Missionsauftrag für die ganze Welt.
Auch Nichtjuden sollen das Evangelium hören und den Glauben an Christus annehmen können. Im Galaterbrief schreibt Paulus: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“ (Gal 3,28).
Das Leben nach dem Geist Christi eröffnet nach Paulus eine neue Form des Zusammenlebens. Der Glaube an Christus verbindet Menschen über gesellschaftliche, ethnische und geschlechtliche Unterschiede hinweg.
Die Ikone verbindet Pfingsten und Paulus' Missionsauftrag miteinander.
Sie zeigt die Idee einer Botschaft für alle Völker. Diesen Gedanken ergänzen die Heiligen Drei Könige aus einer kongolesischen Krippe.
Die ursprünglich als Sterndeuter beschriebenen Besucher stehen sinnbildlich für die Weisheitssuchenden der Welt, die sich auf den Weg zu Christus machen. Durch die Fertigung aus hellem Holz, erhält dieser auch visuell besondere Strahlkraft. Paulus wird in dieser Pfingstikone neben Maria und den Aposteln dargestellt. Historisch ist er beim Pfingstereignis allerdings nicht anwesend.
Er ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Christusanhänger und
gehört nicht zum Kreis der Jünger. Nach seinem Erlebnis bei Damaskus nennt sich Paulus selbst einen Apostel.
Historisch nicht passende Darstellungen in Bezug auf Paulus
finden sich häufig in der Kunst. Seine Anwesenheit symbolisiert dabei seine Bedeutung für das Christentum.
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